Iron Blogger für Bier, Weltherrschaft oder zumindest Weltverbesserung?
Seit Anfang Februar bin ich nun dabei beim Iron Blogger Berlin. Der Bierpool ist schon so groß geworden, dass wir uns demnächst alle treffen können. Das ist sehr erfreulich. Gleichzeitig kommen mir erste Zweifel an dem Konzept. Entweder besiegen wir alle unseren inneren Schweinehund und bloggen jede Woche etwas. Oder der Schweinehund siegt und wir besaufen uns oder stopfen uns den Bauch voll. Das ist bestimmt sehr spaßig und ich freue mich darauf, aber mit stellt sich die Frage, ob man denn mit dem Geld nicht etwas besseres anstellen könnte. Und das geht sicherlich nicht nur uns so. Sowie ich das verstanden habe, gibt es noch Iron Blogger in anderen Städten.
Also wohin mit dem ganzen Geld? In unsere wohlgenährten Wohlstandsbäuche und Kehlen? Oder doch lieber in die Bäuche von Menschen, die wirklich Hunger haben und in die Kehlen von Menschen, die sauberes Wasser mehr brauchen als alle Blogs dieser Welt zusammen?
In dem Radiointerview Anfang des Jahres haben Barbara und Nicole spaßhaft gesagt, dass sie die Weltherrschaft anstreben. Aber vielleicht kann man auch etwas kleiner anfangen und die Weltverbessung in Angriff nehmen. Deswegen hier mein Konzept für Iron Blogger United:
Iron Blogger United
Iron Blogger United ist eine Webseite, wo sich jeder Blogger anmelden kann. Die Regeln sind ähnlich wie bei Iron Blogger Berlin (und den anderen Iron Bloggern), nur dass das Geld nicht in einen Bierpool wandert, sondern gespendet wird.
Ich denke, das müsste technisch auch gut umsetzbar sein. Vielleicht stelle ich mir das zu einfach vor, aber ich habe eine Seite im Sinn voller PayPal Donate Buttons von verschiedenen karitativen Einrichtungen (WWF, Greenpeace, Brot für die Welt, Amnesty International). Der Blogger, der seinen inneren Schweinehund nicht besiegt, kann sich dann aussuchen, wohin er das Geld spendet. Die Spende wird irgendwie elektronisch überwacht und dem Schuldenkonto des Bloggers gutgeschrieben. Dann gäbe es vielleicht noch eine Liste mit den fleißigsten Bloggern und den spendenfreudigsten Bloggern.
Vielleicht könnte man auch einen großen Batzen Geld zusammensammeln, dann in Summe spenden und verfolgen, was mit dem Geld passiert und dann darüber berichten.
Das alles müsste möglichst automatisch gehen. Dann könnte man auch bei dem Betrag flexibler sein. Wenn man das automatisiert erfasst, könnte jeder Blogger sich für ein individuelles Commitment entscheiden: Wenn ich nicht X Beiträge im Zeitraum Y veröffentliche, zahle ich Z.
Und dann möglichst auf der Titelseite einen großen Zähler (ähnlich wie der Zähler vom Bund der Steuerzahler) der anzeigt, wie viel Geld durch diese Aktion schon insgesamt gespendet wurde.
Was haltet Ihr davon?
Äh. Nö. Wirklich nicht. Auf den Weg zur Weltherrschaft (was selbstverständlich eine bessere Welt sein wird) müssen wir alle mal innehalten und die Kehlen ölen.
Mit Spenden läßt sich sicher das Gefühl erzeugen, ein guter Mensch zu sein. Das Gefühl, mit Menschen an einem Tisch zu sitzen und gemeinsam zu essen und zu trinken, mit denen man etwas gemeinsam hat, ist unersetzbar.